Long Covid – Spätfolgen einer Corona-Infektion

Die Corona-Pandemie bestimmt seit Beginn 2020 unser Leben. Einige Menschen sind oder waren erkrankt. Bei der Mehrzahl von ihnen verschwinden die Symptome nach ein paar Wochen. Bei anderen dauern die Beschwerden über mehrere Monate an. Dann ist die Rede von Long Covid.

Wie sich eine Corona-Erkrankung auf den Einzelnen auswirkt, kann sehr unterschiedlich sein. Bei den meisten Personen äußert sie sich mit leichten bis mittleren Beschwerden, die nach einigen Tagen bis Wochen abklingen. Manche verspüren keinerlei Symptome und erfahren erst über einen Antikörpertest von ihrer Ansteckung. Andererseits kann bei einem geringen Anteil der Erkrankten das Virus sogar lebensbedrohliche Folgen haben, sodass eine Behandlung im Krankenhaus notwendig ist. Verschiedenen Studien zufolge können bei schätzungsweise 10-30% der asymptomatisch bis schwer Erkrankten Langzeitfolgen auftreten. Man spricht dann von Long Covid, auch Post Covid genannt. Diese Beschwerden können bis über ein Jahr nach der Infektion anhalten.

Zu den häufigsten Long-Covid-Symptomen zählen:

  • anhaltende Erschöpfung und Müdigkeit (Fatigue)
  • Kopfschmerzen
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Atemnot und Husten
  • Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Schlafstörungen
  • Schwindel und Störungen des Gleichgewichts
  • Herz-Kreislaufbeschwerden
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Nervenstörungen
  • Haarausfall
  • Depressionen oder erhöhtes Angstempfinden

Diese Symptome können direkt nach der akuten Krankheitsphase oder erst einige Zeit später auftreten. Beinahe alle Körperbereiche können angegriffen werden. Long Covid kann bei manchen Patienten selbst zur Arbeitsunfähigkeit führen. Ältere Menschen, Frauen und Patienten mit einem schweren Krankheitsverlauf sind vermehrt betroffen. Frauen klagen vor allem über Müdigkeit, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen während Männer häufiger von Atemwegsbeschwerden geplagt sind. Die genauen Gründe für die Langzeitfolgen sind bisher unbekannt.

Der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle für Betroffene. Andere Krankheitsursachen müssen ausgeschlossen werden. Außerdem muss abhängig von den Symptomen zu verschiedenen Spezialisten wie Kardiologe, Neurologe und Psychologe verwiesen werden. Anschließend richtet sich die Behandlung dann nach den individuellen Symptomen.

Eine wichtige Botschaft: Trotz der anhaltenden Post-Covid-Symptome sind Betroffene in der Regel nicht mehr ansteckend. Bereits zehn Tage nach Beginn der Corona-Infektion sind die meisten kein Risiko mehr für andere.

Ich habe Long-Covid-Symptome, was kann ich tun?

  • Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt und lassen Sie sich beraten.
  • Geben Sie sich Zeit und hören Sie auf Ihren Körper. Gerade nach schweren Verläufen brauchen Körper und Geist Zeit, das Erlebte zu verarbeiten.
  • Die Corona-Impfung kann möglicherweise Long-Covid-Symptome lindern – so erste Untersuchungen[1].
  • Tauschen Sie sich mit anderen Menschen über das Erlebte aus. Dies ist beispielsweise in Selbsthilfegruppen möglich. Akis Aachen bietet eine solche Gruppe an[2].

 

[1] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/coronaimpfung-koennte-long-covid-symptome-lindern-125766/

[2] http://www.selbsthilfe-staedteregion-aachen.de/groups/view/286