Hautkrebs vorbeugen – was kann ich tun?

Hautkrebs ist eine der am besten vermeidbaren Krebsarten. Er ist in den meisten Fällen sichtbar und kann frühzeitig entdeckt und behandelt werden. Auch der hauptsächliche Risikofaktor „UV-Strahlung“ kann beeinflusst werden, indem man sein Sonnverhalten anpasst.

In Belgien sind im Jahr 2017 3361 Personen (davon 57% Frauen) mit einem bösartigen Melanom registriert worden. In Belgien ist das Melanom auf dem 5. Platz der am häufigsten auftretenden Krebsarten , Tendenz steigend. Doch das ist nicht unbedingt negativ, denn daran kann man auch erkennen, dass immer mehr Menschen sich durchchecken lassen. Eine frühzeitige Erkennung von einem Hautkrebs ist sehr wichtig, denn so kann er schnell behandelt werden, oft sogar ohne bleibende Schäden.
Risikopatienten sind Personen mit übermäßig vielen Muttermalen (über 40 Stück), einem hellen Hauttyp (d.h. blonde Haare, heller Teint, Sommersprossen, …) oder Menschen, bei denen es in der Familie schon Hautkrebs gab.

Auch gilt Vorsicht bei zu langer Sonnenbestrahlung in der Kindheit. Dies führt zu einem lebenslang erhöhten Risiko Hautkrebs zu bekommen. Dabei reichen bereits 5 Sonnenbrände vor dem 20. Lebensjahr um das Hautkrebsrisiko um 80% zu steigern. Bereits leichte, nicht schmerzende Hautrötungen werden als Sonnenbrand betrachtet.
Wichtig auch zu wissen: die Haut „vergisst“ keine Strahlen, viel mehr summieren sich diese, was einen nachhaltigen und langfristigen Sonnenschutz erforderlich macht.

Hautkrebs vorbeugen – Wie?

Primäres Ziel ist es die Menge an UV-Exposition zu begrenzen.
Wir lieben die Sonne und sonnengebräunte Haut. Grundsätzlich tut die Sonne uns gut und wir brauchen sie, um u.a. das lebenswichtige Vitamin D zu produzieren. Doch wie mit allem ist auch ein zuviel an Sonnenstrahlung schädlich!
Ohne Schutz bekommt man je nach Hauttyp nach 10-60 Minuten einen Sonnenbrand. Die Haut eines hellhäutigen Mitteleuropäers hat eine Eigenschutzzeit von etwa 20 Minuten.
Bei Kindern sind die Zeiten kürzer, da ihre Haut noch keinen ausreichenden Schutz bietet. Daher sollten sie möglichst selten der direkten Sonne ausgesetzt werden.

Wie schütze ich mich vor UV-Strahlen?

In Zusammenarbeit mit der Stiftung gegen Krebs haben wir für Sie 8 Tipps für ein angepasstes Sonnenverhalten erstellt (unten finden Sie auch die Möglichkeit die Tipps als Flyer zu downloaden oder kommen Sie gerne in unsere Geschäftsstelle den Flyer holen):

Tipp 1: Bevorzugen Sie schattige Plätze.

Direktes Sonnenlicht zwischen 11 und 15 Uhr, im Sommer sollte vermieden werden, dann ist die UV-Intensität am stärksten. Setzen Sie Kinder so wenig wie möglich der direkten Sonne aus.

Tipp 2: Tragen Sie schützende Kleidung

Versorgen Sie sich und Ihre Kinder mit Kleidung, die vor UV-Strahlen schützt, denn Kleidung ist der beste Schutz. Dunkle, dicht gewebte Materialien sind am besten geeignet, um die UV-Strahlen abzuhalten. Denken Sie auch an die Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille mit UV-400 Kennzeichnung.

Tipp 3: Erneuern sie regelmäßig Ihr Sonnenschutzmittel

Ein Sonnenschutzmittel hält in der Regel nur 2 – 3 Stunden. Sonnencreme sollte in ausreichender Menge eine halbe Stunde vor dem Baden aufgetragen werden und ca. alle 2 Stunden erneuert werden. Achten Sie auch darauf, dass es vor UV-A und UV-B Strahlen schützt und einen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 bzw. mindestens 30 für Kinder und helle Hauttypen hat.
N.B. Nachcremen erhält den Schutz aber verlängert ihn nicht!

N.B. Personen mit empfindlicher Haut, kleine Kinder und Schwangere wählen besser ein Sonnenschutzmittel mit physikalischen Filtern da dies in den meisten Fällen hautverträglicher ist.

Tipp 4: Vermeiden Sie Sonnenbrand

Die oberste Devise lautet: Sonnenbrand und Hautrötungen vermeiden. Denn diese sind  eindeutige Zeichen, dass man zu lange in der Sonne war. Auch gilt Vorsicht bei Kindern: zu lange Sonnenbestrahlung in der Kindheit führt zu einem lebenslang erhöhten Risiko für Hautkrebs.

Tipp 5: Vermeiden Sie die Benutzung von Sonnenbänken

Es stimmt nicht, dass die Sonnenbank die Haut vorbereiten und sich schädlich für die Haut.  Vor allem Kinder unter 18 Jahren sollten auf keinen Fall zur Sonnenbank.

Tipp 6: Kontrollieren Sie den UV-Index

Dies können Sie in der Zeitung oder Internet überprüfen. Wenn der UV-Index höher als 3 ist, ist ein Schutz erforderlich.

Tipp 7: Vorsicht vor reflektierenden Oberflächen wie Wasser, Schnee, Sand… 

Im Urlaub, in den Bergen oder in heißen Regionen ist zusätzlicher Schutz erforderlich da dort eine intensivere UV-Strahlung herrscht. Hier sollte man einen höherer LSF wählen

Tipp 8: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

 

Sonnenschutz und Vitamin D

Sonnenstrahlen sind notwendig damit unser Körper Vitamin D produziert. Würden wir uns kaum im Freien aufhalten oder uns immer nur mit hohem Sonnenschutz im Freien bewegen würde unser Körper sehr wahrscheinlich zu wenig Vitamin D produzieren.
Zu viel Sonne bringt uns nicht mehr Vitamin D, wenn die Vorräte aufgefüllt sind.
Für hellere bis mittlere Hauttypen reichen bei sommerlicher Bekleidung (Gesicht, Hände und Arme unbedeckt)  5-12 Minuten Sonnenexposition ohne Schutz aus.
Vitamin D kann hierzulande nur von März bis November von unserem Körper produziert werden.

Hautuntersuchung

Es gibt neben dem Risikofaktor UV-Exposition auch noch andere Faktoren, die jedoch nicht zu beeinflussen sind: Hauttyp, zahlreiche Muttermale und genetische Vorbelastung.

Zweites Ziel sollte daher sein einen Hautkrebs frühzeitig zu erkennen, daher ist es wichtig die Haut zu untersuchen.

Wie untersuche ich meine Haut richtig?

Jeder Mensch kennt seine Haut am besten, daher wird es empfohlen regelmäßig die Haut gründlich zu überprüfen. Unerlässlich ist es dabei auch die Haut zu ertasten, denn einige Symptome können einfacher gefühlt als gesehen werden.

Achten Sie auf Hautläsionen, diese sind nicht immer mit dem Alter zu assoziieren, denn sie können in jedem Alter entstehen. Meistens sind sie unbedenklich, jedoch können Sie auch Hinweis geben auf etwas Ernsteres.

Die ABCDE-Regel

Auf diese Dinge sollten Sie bei Ihren Hautflecken achten:
– Farbe, Größe oder Form
– Asymmetrische oder unscharfe Ränder
– Raue oder schuppige Oberfläche
– Jucken
– Bluten, nässen oder glänzen
– nicht alle Krebsläsionen sind schmerzhaft

Eine einfache Methode sich diese Zeichen zu merken, ist die ABCDE-Regel:
A – Ist ein Leberfleck asymmetrisch?
B – Hat er keine deutliche Begrenzung?
C – Ändert er seine Farbe?
D – Ist er größer als 6mm im Durchmesser?
E  – Macht er eine Entwicklung  z.B. in Form, Größe, Höhe, Hautoberfläche etc. durch?

Sieht man etwas auffälliges, empfiehlt es sich zum Arzt zu gehen.

Gehen Sie also maßvoll mit der Sonne um, vermeiden Sie die Sonne in der Mittagszeit und seien Sie wachsam mit Ihrer Haut!

 

Flyer der Melanomkampagne 2020