Bewegung & Ergonomie im Büroalltag: Interview mit Lydia Giernalczyk & Geert Vindervogel.

Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz gehört zu einem gesunden Arbeitsalltag. Ergänzend zu den allgemeinen Tipps rund um Bewegung und Ergonomie im Arbeitsalltag geht Frau Giernalczyk in diesem Beitrag noch spezifischer auf den Büroarbeitsplatz ein. Sie erläutert die Grundeinstellungen und die Vorteile im Home-Office. Geert Vindervogel erklärt, wie man ergonomische Hilfsmittel geschickt einsetzen kann, um Bewegung am Büroarbeitsplatz zu fördern und den Körper zu entlasten.

Wie kann der Arbeitsplatz ergonomisch angepasst werden?

Es gibt zahlreiche Richtlinien zu Lichtverhältnissen, Büromaterialien und ergonomischer Einrichtung. Die Grundlage bildet dabei die richtige Einstellung und Positionierung von Bürostuhl, Schreibtisch, Monitor, Tastatur und Maus.
Im folgenden Bild werden die empfohlenen Höhen und Abstände wiedergegeben.

Abbildung:  Abstände und Einstellungen des Büroarbeitsplatzes – Quelle: Health2Work.be

Wichtig ist anzumerken, dass ein perfekt eingerichteter Arbeitsplatz mehr Bewegung unterstützen kann, jedoch nicht den Bewegungsmangel ausgleichen kann.

Wie oft sollte man zwischen Sitzen und Stehen wechseln?

Es wird empfohlen nach 30-45 Minuten eine Haltungsänderung einzunehmen. Jedoch Spätestens dann, wenn man merkt, dass man unruhig wird oder angespannt ist.

Und wie siehts aus im Home-Office?

Auch im Home-Office sollte der Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet sein. Ein Vorteil ist, dass man unbeobachtet Lockerungs- und Dehnübungen machen, Wärmekissen für einen verspannten Nacken nutzen oder aktive Pausen einlegen kann. Zudem kann das Home-Office Abwechslung bieten, da man den Arbeitsplatz flexibel wechseln kann, z. B. vom Schreibtisch zur Küchentheke.

Was sind die Top-5-Hilfsmittel für einen ergonomischen Büroarbeitsplatz?

  1. Ein ergonomischer Bürostuhl, der der NPR1813-Norm entspricht.
  2. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch.
  3. Ein Laptophalter, um den Bildschirm auf die richtige Höhe zu bringen.
  4. Eine externe Tastatur.
  5. Eine vertikale Maus, die Hand und Handgelenk in einer natürlichen Position hält.

Abbildung 3: Vertikale Maus                                  Abbildung 4: Laptophalter

Wie fördert man Bewegung im Büro?

Abwechslung ist ganz wichtig, denn das Motto lautet: Die nächste Haltung ist die richtige Haltung. Es wird empfohlen, idealweise alle 30-45 Minuten die Haltung zu wechseln oder mindestens 4–5-mal pro Tag. Dies kann durch feste Zeitfenster oder Pausen geschehen, in denen man aufsteht oder eine dynamische Haltung einnimmt. Eine stehende Haltung lässt sich auch gut mit bestimmten Aufgaben kombinieren, wie Telefonaten oder Besprechungen. Wie dies umgesetzt wird, hängt von der Tagesgestaltung ab. Wer z. B. bereits sitzend zur Arbeit gekommen ist, kann den Arbeitstag mit einer stehenden Tätigkeit beginnen, um die Balance wiederherzustellen.

Welche Übungen können direkt am Arbeitsplatz durchgeführt werden?

Empfehlenswert sind Gegenbewegungen, um Verspannungen zu lösen und Durchblutung zu fördern wie das Strecken und Recken in Sternform (Arme und Beine nach oben strecken), Beckenkippen im Stehen, Schulterkreisen oder Wadenpumpen (abwechselnd die Fersen und Zehen anheben) helfen, Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern.

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